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Karabinertypen

Normalkarabiner (mit Bügel), Foto: Petzl
Normalkarabiner, Foto: Petzl
Verschlusskarabiner (HMS), Foto: Petzl
Karabiner mit Ball-Lock System, Foto: Petzl

Karabiner sind im Laufe der Jahre immer dünner, leichter und auch kleiner geworden. Durch ihre Aluminiumlegierungen wiegen die Leichtgewichte unter ihnen nur noch um die 40g. Den idealen Karabiner, der leicht, äußerst stabil und einfach zu bedienen ist, gibt es leider immer noch nicht. Aber es gibt für unterschiedliche Einsatzgebiete wirklich gute Lösungen.

 

Normalkarabiner/Verschlusskarabiner

Grundsätzlich unterscheidet man zwei große Gruppen: Normalkarabiner und Verschlusskarabiner. Bei Normalkarabinern lassen sich die Schnapper nicht verschließen. Damit lassen sie sich zwar leichter bedienen, allerdings auch unbeabsichtigt öffnen. Sie können also nur dann eingesetzt werden, wenn sie keine alleinige sicherheitskritische Bedeutung haben, z.B. in einer Expresse.

Mit einem Verschlusskarabiner haben Sie, wie der Name schon sagt, die Möglichkeit, den Karabiner zu verschließen. Das wird immer dann lebenswichtig, wenn bei einem Versagen des Karabiners die Sicherungskette unterbrochen wäre. Wenn Sie zum Beispiel  Ihren Partner mit dem Halbmastwurf (HMS) oder einem anderen Sicherungsgerät sichern oder wenn Sie sich mit einem Achter abseilen. Die besten Verschlusssysteme nutzen natürlich nichts, wenn sie gar nicht oder nur unvollständig verschlossen sind! Und wir wissen, wie schnell man so etwas, gerade in der Halle, beim Plaudern, vergisst. Also bitte einfach immer noch mal einen kurzen Partnercheck machen, bevor es losgeht. Dauert ja wirklich nur ein paar Sekunden.

 

Verschlusskarabiner werden heute mit den unterschiedlichsten Verschlusssystemen angeboten:

Am häufigsten kommt sicher der HMS (Halbmastwurf) Karabiner zum Einsatz. Als einfacher Schrauber in „Birnenform“ muss er ordnungsgemäß zugeschraubt werden, um Sicherheit zu gewährleisten.

Der Belay Master hat ein zusätzliches Kunststoffteil, das über den zugeschraubten Schnapper gedrückt wird und so die Hülse blockiert. Der Vorteil liegt auf der Hand, der Karabiner kann sich nicht mehr von allein öffnen. Das Handling ist bei dieser Form allerdings ein bisschen umständlicher.

Das Ball-Lock-System besitzt einen Drehverschluss aus Metall und schließt den Karabiner selbstständig. So kann man ein Zudrehen also nicht mehr vergessen. Um den Karabiner zu öffnen, wird eine kleine grüne Kugel am Schnapper gedrückt, die Hülse dreht sich und man kann ihn somit öffnen. Bei Temperaturen unter 0 Grad kann der Karabiner jedoch Probleme bereiten, denn wenn der grüne Knopf einfriert, kann man den Karabiner nicht mehr öffnen.

 

Wir möchten an dieser Stelle bewusst keine Empfehlung abgeben, welcher Karabiner am handlichsten oder sichersten ist. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Im Zweifel ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, der Übung und des Umgangs mit den Karabinern.