Alpenstieg Hintergrund Winter

Besteigung des Nadelhorns

Wunderschöne Hochtour mit traumhaftem Grat!

Ausgangspunkt: Von Saas Fee aus kann man gemütlich mit der Hannig Bahn auf 2.336 HM fahren, um dann einen sehr schönen Weg mit tollem Blick auf die 4.000er zu Mischabelhütte zu folgen (sehr gut beschildert!) – ca. 600HM. Das letzte Stück (ca. 400 HM) ist ein Klettersteig, der sehr gut abgesichert ist (wir fanden den Steig zu leicht, um uns abzusichern, wer ein bisschen geübt ist, kann sich das Material hier sparen). Der Steig endet direkt vor der Mischabelhütte, die den Ausgangspunkt für diese Tour darstellt!

Charakter der Tour:

Die Besteigung des Nadelhorns ist eine wunderschöne, abwechslungsreiche Hochtour. Hier findet man von allem etwas: den Start über eine kleine Felspassage, eine Querung durch ein tolles Gletscherbecken und einen längeren Grat, mit einer Kletterstelle am Ende. Eine wirklich tolle Hochtour auf einen sehr schönen 4.000er!

Beschreibung der Tour:

Morgens um 5 Uhr, im Schein der Stirnlampen, starten wir unsere Tour auf das Nadelhorn. Dank einer (wie könnte es anders seinJ) recht schlecht verbrachten Nacht auf der Hütte, sind wir noch etwas unkoordiniert, als wir über die gefrorenen Felsplatten direkt hinter der Hütte starten. Der Ausblick ins Tal wird prächtig, im ersten Morgenrot erkennt man die Wolkendecke unter uns und das Farbschauspiel am Himmel könnte nicht imposanter sein! Nachdem die Sonne in einem warmen Goldton aufgegangen ist, haben wir sicher alle Rottöne des Himmels an diesem Morgen bewundern dürfen.
Nach der kleinen Felspassage ziehen wir die Steigeisen an und es folgt ein wunderschöner, geschwungener Weg entlang des Hohbalmgletschers. Die Sonne wärmt uns wunderbar auf und wir genießen die grandiosen Ausblicke! In einigen Serpentinen zieht der Weg nun zum Windjoch. Der Name ist bei unserer Tour auf jeden Fall Programm: Der Wind bläst ordentlich und es wird richtig kalt. Unser Bergführer schätzt: -20 Grad! Aber der Daune sei Dank, alles bleibt schön warm!
Jetzt folgt ein eleganter Grat, der sich über kleinere Auf- und Abschwünge bis zum Gipfel zieht! Das Gipfelplateau ist leider winzig und die letzten Meter dorthin erfordern noch einmal ein bisschen Konzentration. Normalerweise werden diese Meter eigentlich geklettert. In unserem Fall lag hier sehr viel Schnee, so dass wir die Passage mit Steigeisen und Pickel aber sehr gut hinauf- und auch wieder abklettern konnten!

Fazit: Eine super schöne Hochtour, die ideal für alle Bergsteiger geeignet ist, die bereits ein bisschen hochtourenerfahren sind und eine solide Kondition mitbringen!

Höhenmeter: ca. 1.000HM (von und bis zur Mischabelhütte), wer nach der Tour zur Hannigbahn absteigt, muss noch einmal weitere 1.000 HM absteigen (und muss erst wieder durch den Klettersteig!). Die letzte Bahn hinunter nach Saas Fee fuhr bei uns um 16.30 Uhr.

Einkehrmöglichkeiten: Mischabelhütte (3.329 HM)
(Ganz ehrlich: wir haben auf Hütten schon etwas komfortabler übernachtet und auch schon besser gegessen! Die Hütte hat außerdem kein Wasser.)

Kartenmaterial: Kompass Zermatt – Saas Fee (Nr. 117) 1:50.000

SAC Hochtourenskala: ZS (ziemlich schwer) / 3

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