Alpenstieg Hintergrund Winter

Höhenkrankheiten

Prinzipiell kann jeder Mensch höhenkrank werden, er muss nur schnell genug hoch hinauf steigen! Das bedeutet damit natürlich auch im Umkehrschluss, dass man eigentlich selbst die Schuld trägt, wenn man höhenkrank wird …

Unter den Sammelbegriff Höhenkrankheiten fallen folgende Krankheitsbilder:

  • AMS (Acute Mountain Sickness) – die sogenannte milde akute Höhenkrankheit
  • HAPE (High Altitude Pulmonal Edema) – Höhenlungenödem
  • HACE (High Altitude Cerebral Edema) – Höhenhirnödem

 

Zwei weitere Krankheitsbilder sind an sich harmlos, gelten aber trotzdem als Warnhinweis eines nicht ganz so reibungslos verlaufenden Akklimatisierungsprozesses:

  • HALE (High Altitude Local Edema) – peripheres Höhenödem
  • HARH (High Altitude Retinal Haemorrhage) – Netzhautblutungen



Recht erschreckende Fakten

Die reinen Zahlen dieser Erkrankungen sprechen eine deutliche Sprache und haben uns ziemlich überrascht: Allein AMS, die milde akute Höhenkrankheit, liegt, laut der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin, bei 30 bis 50 Prozent! Bereits in den Alpen, auf einer Höhe von 2.850m leiden 9% der Bergsteiger unter AMS, auf 3.050 m sind es bereits 13% und auf 3.650m unglaubliche 34%! Fast die Hälfte aller Everest-Trekker, nämlich 47 Prozent, bekommen ebenfalls AMS!

Dabei sollten die Höhenkrankheiten auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden: 44% der unbehandelten HAPE-Patienten sterben an den Folgen der Erkrankung!