Alpenstieg Hintergrund Winter

Klettergurte

Bild: Petzl
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Auch in diesem Bereich hat ein wahrer Entwicklungsboom stattgefunden. Aus heutiger Sicht ist es unglaublich, wenn man bedenkt, dass man sich bis in die dreißiger Jahre einfach mit einem Seil um den Bauch eingebunden hat! Und auch nicht besser war das direkte Einbinden des Seils um den Brustkorb, das bereits bei längerem Hängen im Seil durch einen orthostatischen Schock (Hängetrauma) lebensbedrohlich werden konnte! Die Technik war immerhin noch bis in die sechziger Jahre die Führende! Erst Ende der Sechziger wurde – angeregt durch die Gurte der Fallschirmspringer - der erste Sitzgurt mit zwei Beinschlaufen und entsprechenden Anseilschlaufen entwickelt.

Hüftgurt

Alle Klettergurte, die in Deutschland verkauft werden entsprechen der EN-Norm 12 277, die die Sicherheit der Gurte gewährleistet. Da hat die Bürokratie also doch mal etwas Gutes für sich! Die Norm besagt, dass das verwendete Bandmaterial, ebenso wie die Nähte der Gurte Belastungen standhalten müssen, die mindestens dem Doppelten der in der Praxis auftretenden Kräfte entsprechen.

Der Hüftgurt ist das inzwischen am weitesten verbreitete Modell, auch wenn immer noch Kombigurte oder Brustgurte zum Einsatz kommen. Er besteht aus einer Hüftschlaufe und zwei daran befestigten Beinschlaufen. Über einen Steg sind die Beinschlaufen vorn miteinander verbunden. Die Anseilschlaufe verbindet diesen Steg mit der Hüftschlaufe. Mit dem Seil bindet man sich entweder direkt in die Anseilschlaufe ein oder - aus Redundanzgründen -  wird das Seil von einigen Kletterern noch zusätzlich durch den Steg geführt. Damit befindet sich der Anseilpunkt ungefähr auf der Höhe des Körperschwerpunkts, so dass man (vorausgesetzt der Gurt ist bequem) in aufrechter Position gut im Gurt „sitzen“ kann.

Die Preise für Klettergurte bewegen sich, je nach Hersteller, zwischen ca. 50,- und 150,- EUR.

 

Wie stelle ich den Hüftgurt richtig ein?

Die korrekt sitzende Hüftschlafe muss in der Taille, über den Beckenknochen sitzen, damit man im Falle eines Sturzes nicht durch den Gurt rutschen kann. Auch wenn er fest geschlossen sein sollte, darf er den Bauch nicht einschnüren, wenn die flache Hand zwischen Gurt und Bauch gerade noch so Platz findet, sitzt er richtig. Den gleichen Test können Sie bei den Beinschlaufen wiederholen. Sie dürfen etwas weiter sitzen und hier darf die Hand locker zwischen Oberschenkel und Schlaufe passen.