Alpenstieg Hintergrund Winter

Hardshelljacken

Bild: The North Face

Die Helfer bei Regen und Sturm

Beim Wandern werden an die Outdoorjacken geringere Anforderungen gestellt als bei Hochtouren oder anderen extremen Aktivitäten am Berg. Am häufigsten kommen hier Hardshelljacken zum Einsatz, denn hier benötigen Sie in erster Linie Regen- und Windschutz. Die Auswahl am Markt ist heute fast unendlich groß.

Wichtig beim Kauf sind:

  • möglichst wenig Gewicht
  • ein kleines Packmaß
  • sowie die Atmungsaktivität
  • und die Wasserdichtigkeit.

Echte Leichtgewichte bringen es heute gerade mal auf knappe 400 g (etwa Arc’teryx Alpha LT Jacket, 365g, ca. 524,- Euro), haben jedoch auch ihren Preis! Natürlich gibt es auch Modelle, die deutlich preisgünstiger sind. Die großen Preisspannen der Hersteller erklären sich vor allem durch unterschiedliche Stoffe, verbunden mit einer höheren Atmungsaktivität und einem besserem Schutz vor Nässe.

Die Wasserfestigkeit einer Hardshelljacke (früher nannte man sie einfach Regenjacken), entsteht entweder durch eine Membran oder eine Beschichtung. Membranen werden auf den Oberstoff aufgeschweißt, also „laminiert“. Dadurch sind die Jacken sehr abriebfest und deutlich robuster und auch langlebiger als Jacken mit Beschichtungen. Der bekannteste Hersteller ist in diesem Bereich sicher Goretex. Aber vielleicht sind Ihnen auch schon die Marken Sympatex oder Powertex „über den Weg gelaufen“. Die Beschichtungen werden dagegen nur auf den Oberstoff aufgetragen, die Jacke ist damit günstiger, allerdings auch nicht so strapazierfähig.

Bei den absoluten Hightech-Modellen werden drei Lagen, das Futter, der Oberstoff und die Membran, laminiert. So sind sie maximal widerstandsfähig, atmungsaktiv und wasserdicht. Auch hartnäckiges Scheuern durch Rucksäcke oder Klettergurte überstehen sie problemlos. Teilweise sind stark beanspruchte Stellen, wie die Schultern oder Ellenbogen, zusätzlich verstärkt. Diese Modelle eigenen sich perfekt für lange Wanderungen.

Lohnen sich die teuren Jacken?

Tja, es kommt, wie immer, darauf an. Wenn Sie im Sommer eine kleinere Wanderung unternehmen und lediglich ein paar Stunden unterwegs sind, ist ein günstigeres Modell sicher ausreichend. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass auch Jacken mit Beschichtungen sehr gut 2- bis 3 Stunden strömenden Regen aushalten. Wenn Sie Ihre Jacke dann in einer Hütte trocknen können, ist alles wunderbar. Doch wir waren mit den Modellen auch schon sehr viel länger unterwegs, und wenn die Jacke beginnt feucht zu werden , die Atmungsaktivität ebenfalls nachlässt und noch 5 bis -6 Stunden Gehzeit vor Ihnen liegen, wird die ganze Tour zu einer recht unangenehmen Erfahrung. Da lohnt sich dann die Investition in ein teureres, laminiertes Modell! Und auch die Mitstreiter haben sich in unserem Fall gefreut, dass das regenbedingte Gejammer aus den hinteren Reihen deutlich weniger wurde!

Worauf Sie beim Kauf einer Outdoorjacke achten sollten

  • Verarbeitung der Nähte
  • Reißverschlüsse (die sollten am besten verschweißt sein, dann kann wirklich kein Wasser in die Jacke eindringen)
  • Lüftungsschlitze (sie sollten so verarbeitet sein, dass sie leicht zu öffnen sind, auch ohne die Jack erst ausziehen zu müssen)
  • Kapuze (sollte der Kopfbewegung folgen, sodass sich Ihr Sichtfeld auch beim Drehen des Kopfes zur Seite nicht schlagartig verdunkelt. Hilfreich ist immer ein Schild, der zusätzlich das Gesicht vor Regen schützt)
  • Kragen (sollte möglichst hoch geschnitten sein)